Typische Muster verändern

 

Adressaten:     Selbsthilfegruppen und andere Interessensgemeinschaften 

 

Dauer:             ein Wochenende, kürzbar bei kleinerer Gruppe auf einen Tag 

 

Sinnvolle Ergänzungen neben den anderen Sucht-Seminaren: 

 

"Der Geist ist stark, das Fleisch ist schwach" – das altbekannte Sprichwort beschreibt innere Kämpfe, die Menschen seit Urzeiten kennen, auf den Punkt. Gewohnheiten, individuelle Denk- und Fühl-Muster, können jegliche Vornahmen der Vernunft und des Willens außer Kraft setzen. In der Entwicklung ihrer Abstinenzfähigkeit werden Menschen häufig mit dieser Erkenntnis konfrontiert, wenn es um das Nein-sagen oder um neue konstruktive Umgangsweisen mit schwierigen Situationen geht. Die uns steuernden inneren Instanzen mit ihrer jeweils eigenen Stimme können im Kopf eine heftige Auseinandersetzung auslösen. Sie haben ihre eigenen Regeln: Wann siegen Disziplin und Wille, wann der Schlendrian oder die Verführung? Wann - und warum - hebeln uns als ‚Vernunftmenschen‘ heftige oder schleichende emotionalen Kräfte aus, fast als wären wir ‚ferngesteuert‘? Solche Muster haben in ihrem Hintergrund vor allem Lernprozesse: durch Vorbilder, durch Bestätigung und Belohnung oder schlicht durch lange Gewohnheit. Manche sind auch in Notsituationen erworben worden, in denen damals keine andere Lösung erreichbar schien. 

 

Solange wir nicht neue Muster systematisch eingeübt haben, wirken die bisherigen weiter. Genau hier ist die oft schwierige Schnittstelle, wenn es darum geht, Schritt für Schritt einen abstinenten und befriedigenden Lebensstil zu entwickeln. Auch wenn wir unserer Muster überdrüssig sein können, enthalten sie oft einen guten Kern, der durch eine Transformation zum Unterstützer für eine abstinente Lebensweise werden kann. Wenn wir mit und nicht gegen diesen Kern arbeiten und dabei Geduld und Achtsamkeit walten lassen, geschehen Veränderungen nachhaltig und sanft.  

 

In diesem Seminar können wir unsere individuellen Muster genauer beleuchten, um ihre ‚Historie‘ zu begreifen und anzunehmen. In einem weiteren Schritt werden wir uns der Transformation von Mustern zuwenden und für verschiedene Situationen und Bedürfnisse Schritt-für-Schritt-Anleitungen zusammenstellen. Der offene Austausch in der Gruppe fördert die individuelle Erkenntnis und das Verständnis füreinander. Dabei können Strategien der (meditativen) Innenschau, des Feedbacks und der Diskussion wie auch Methoden aus der Verhaltenstherapie, aus Psychodrama, Gestalttherapie, System-Aufstellungen und  therapeutischen Zeremonien hilfreich sein. 

 

Mehr zur Organisation und inhaltlichen Gestaltung von Seminaren lesen Sie im allgemeinen Text unter "Seminare" .