Rückfall - Prophylaxe 

Adressaten:     Selbsthilfegruppen und andere Interessensgemeinschaften 

Dauer:                 ein Wochenende, kürzbar bei kleinerer Gruppe auf einen Tag 

Sinnvolle Ergänzungen neben den anderen Sucht-Seminaren: 


So verschieden Menschen und ihre Suchtgeschichten sind, so verschieden sind auch die Rückfallgefahren und Rückfallabläufe. Alltagsroutine, Stress, Ermüdung, Enttäuschungen und Selbsttäuschung lassen die Wachsamkeit schwinden. Vielleicht ist die Abstinenzüberzeugung brüchig gewesen oder schien ihren Sinn verloren zu haben. Auch in emotional geladenen Situationen wie an persönlichen Jahrestagen, bei akuten Konflikten, Einsamkeit, Hilflosigkeit und Ohnmachtserleben schmilzt der Wille zur Abstinenz dahin. 

 
Aus meinen Fehlern habe ich am meisten gelernt. Lieber Gott, laß mich neue machen!“. Dieser freche Graffiti-Spruch passt gut zu Rückfällen, den Lernschleifen in der Entwicklung von Abstinenzkompetenz. Wenn man genauer hinschaut, so wird bei Rückfallauslösern und in den verschiedenen Rückfallverläufen eine ganz eigene Logik erkennbar, eine ‚Choreographie‘ wie bei einem Bühnenstück, mit einer Vorgeschichte, mit Mitspielern, Verwicklungen, einer zunehmenden Dramatik und einem ‚point of no return‘. In diesem Seminar untersuchen wir, welche situativen Einflussgrößen am Werk waren oder sind, welche Unerträglichkeit oder Gewohnheit die Abstinenzmotivation untergraben kann, vielleicht auch welches generelle Lebensthema sich hier zeigt. Andere Mitglieder in der Selbsthilfegruppe erkennen Frühwarnzeichen oft als erste und können wertvolle Hinweise geben. Wenn dann solche Aufforderungen oder eigene Versagensgefühle in Lernaufgaben umgemünzt werden, wenn Hilfen und Helfersysteme aktiviert  werden, kann daraus ein individuell maßgeschneiderter Prophylaxe-Fahrplan mit längerfristigen Zielen und einem ‚Notfallkoffer‘ für die akute Situation entstehen.
 
Mehr zur Organisation und inhaltlichen Gestaltung von Seminaren lesen Sie im allgemeinen Text unter "Seminare" .