Mein Lebensweg - mein Heilungsweg

Das Seminar ist speziell für Selbsthilfegruppen hilfreich, die sich mit Sucht-Fragen beschäftigen, kann aber auch für andere Gruppen sinnvoll sein und würde dann entsprechend in den Themenschwerpunkten angepaßt.
Mehr zur Organisation und inhaltlichen Gestaltung des Seminars lesen Sie im allgemeinen Text unter "Seminare". 

Ergänzend kann der Text "Biographiearbeit" empfohlen werden.

Akzeptanz ist eines der Zauberworte auf dem Weg zu einer zufriedenen Abstinenz 'bei Abhängigkeitserkrankungen. Zuerst einmal eine 'rationale Akzeptanz' bei betroffenen Menschen zu erreichen scheint schon eine große Hürde zu sein in den Bemühungen von Betroffenen, Angehörigen und Selbsthilfegruppen. Doch es 'rational verstanden' eine Therapie durchgeführt zu haben, reicht nicht aus für wirkliche Heilung. Wer dort verharrt, bleibt meist im Kampf mit sich und den Verführungen. Suchterkrankungen haben eine lange Vorgeschichte und genauso ist der Weg zur 'emotionalen Akzeptanz' lang und herausfordernd. Nach und nach wollen alle psychischen Ebenen und Lebensbereiche durchforstet und neu gestaltet werden (denn die Krankheit hat auch alle Lebensbereiche in Mitleidenschaft gezogen). Der Heilungsweg wird Lebensweg und umgekehrt. Als 'schönste Nebenwirkung' wird er Motor für ein neues Selbst-, Welt- und Lebensverständnis.

Einige Stichworte zu konkreten Inhalten des Seminars: 

 

  • Abkehr von der Opferhaltung - bin ich Teil der Lösung oder Teil des Problems?
  • Keine ‚Pille‘ und keine Tricks - die hohe Kunst von Geduld und Motivation
  • Sich selbst auf die Spur kommen - Zusammenhänge durchschauen, mit inneren Widerständen umgehen, der inneren Wahrheit begegnen 
  • Gefühle und Stimmungsschwankungen begreifen und transformieren
  • Die Diskrepanz zwischen Ideal-Selbst und Real-Selbst überwinden (oder: Wie akzeptiere ich wie und was ich bin?)
  • Die Magie des Tiefpunkts - Umwege, Flauten und Abstürze als Übungen 

     (oder: Wie wachse ich über mich hinaus und werde ‚Phoenix aus der Asche‘?)

  • Subjektivität erlaubt! Das eigene Erleben als Richtschnur nehmen

     (oder: Darf ich 'sperrig' werden?)

  • Weggefährten - Lehrer/innen in Gemeinschaft und Auseinandersetzung
  • Rückblickend reich beschenkt, reichlich erfahren und reich fühlend 

     (oder: Welche 'Essenz' gewinne ich aus meiner bisherigen Bilanz?) 

 

Ja, das Leben lief nicht wie in der Jugend einmal naiv gedacht und geplant. Es entwickelte eine ganz eigene Dynamik und ‚bog oft an der falschen Stelle ab‘. In diesem Seminar geht es darum, den eigenen Krankheits- und den Heilungsweg aus der ‚Vogelperspektive‘ zu betrachten, dabei auch Irrwege und Umwege, Stagnation und Fehler als notwendige Stationen eines Lernweges zu erkennen, mit ihnen Frieden zu schließen und die darin verborgenen Schätze an Erfahrung und Klugheit einzusammeln. Es geht nicht ohne Transformation von Werten und Lebenszielen, das Durcharbeiten von belastenden Gefühlen und neue Antworten auf die Frage nach dem Warum. Wie von allein zeigen sich am Ende neue ‚Sterne am Himmel‘, neue Impulse für den vor sich liegenden weiteren Weg.

Neben dem offenen und kritischen Austausch in der Gruppe können Strategien der (meditativen) Innenschau und der Diskussion sowie Methoden aus der Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, aus Psychodrama, Gestalttherapie, Systemaufstellungen, therapeutischen Zeremonien u.v.m. Impulse geben und klären helfen. Die eigene 'Geschichte' ist die Bühne, das Erleben das Drehbuch und  Regie führt das erkennende wachsende Bewußtsein, dass alles 'seinen Sinn hat'.