Burnout und Sucht 

Das Seminar ist speziell für Selbsthilfegruppen sinnvoll, die sich mit Suchtfragen beschäftigen.
Mehr zu Burnout lesen Sie unter "
Burnout" und im Text "Kochrezept für Burnout".

Mehr zur Organisation und inhaltlichen Gestaltung des Seminars lesen Sie im allgemeinen Text unter "Seminare". 


Burnout ist heute in aller Munde, doch noch wenig Beachtung findet der Zusammenhang des ‚Ausgebranntseins‘ mit Suchterkrankungen, die sich gegenseitig verstärken können. 

In einer Lebenssituation mit dauerhafter Überforderung, die mit wachsenden Aufgaben, Gefühlen von Ausweglosigkeit, Überforderung, Ohnmacht oder unlösbaren Konflikten bei schwindenden emotionalen, geistigen und körperlichen Kräften einhergeht, greifen viele zu Suchtmitteln. Alkohol, Aufputsch- oder Beruhigungsmittel, ein erhöhter Konsum von TV, Internet, Essen, Kaufräusche und Aktionismus in der Freizeit sollen einen fragwürdig gewordenen Leistungsanspruch hoch halten auf Kosten der eigenen Gesundheit, der Lebensfreude und der Kontakte im sozialen Umfeldes. Die Gefahren eines langsamen Ich-Verlustes lauern nicht nur für beruflich engagierte Personen, sondern für alle Menschen mit Doppel- und Dreifachbelastungen, überzogenen Leistungsansprüchen oder erlebter Ausweglosigkeit. 

Neben einer herausfordernden Situation, z.B. am Arbeitsplatz, fressen zusätzliche Verantwortung für Kinder, Pflegebedürftige oder Ehrenämter, die Schnellebigkeit und Komplexität unserer Zeit, eine ständige Angst vor Versagen oder Verlust, letztlich auch der eigene Selbstanspruch an Hingebung und Pflichtbewußtsein die energetischen Reservoirs  auf. Suchterkrankte, die abstinent leben, stehen unter einem noch höheren Druck mitzuhalten und sich keine Blöße zu geben – und sind gerade deshalb besonders gefährdet für Rückfälle. Wenn dies eintritt, greifen die beiden Spiralen ineinander und drehen sich immer schneller, bis sie zuletzt in einen Zusammenbruch münden.


In diesem Seminar werden wir zunächst das komplexe Phänomen Burnout näher beleuchten und dabei auch die eigenen Gefährdungspunkte erkennen. Wirksame Gegenmaßnahmen zu konzipieren geht über die üblichen Ratschläge der Selbstfürsorge weit hinaus. Ein auf die individuelle Situation zugeschnittener Maßnahmenkatalog ist vonnöten, in dem viele kleine Schritte den Erfolg bringen, weniger ein einzelne radikale Entscheidung. Auch die persönliche Haltung zu Themen wie Leistungsanspruch, Verantwortungsgefühl, Gewohnheiten, Sinn und Ziele im Leben sowie die Erwartungshaltung der sozialen Umwelt spielen eine Rolle. Alle Lebensbereiche sind zu beleuchten, um genügend Stellschrauben zu entdecken, die kurzfristig entlasten und langfristig effektiv vorbeugen können. 

So werden wir sachliche Fragestellungen mit sensibler Selbsterkundung, gemeinsamem Austausch und kreativer Ideenfindung verbinden. Dabei geht es einerseits um eine Entdramatisierung der persönlichen Situation, andererseits um mehr Bewußtsein für die eigenen Handlungsspielräume. Ziel sind, eine gesunde Motivation aufzubauen, Entspannungsfähigkeit, Genuß, Lebensfreude und Sinn im eigenen Tun zu erhalten oder zurück zu bringen und die Abstinenzfähigkeit wirksam zu unterstützen.