Burnout und Sucht 

Adressaten:     Selbsthilfegruppen und andere Interessensgemeinschaften 

 

Dauer:                 ein Wochenende

 

Sinnvolle Ergänzungen neben den anderen Sucht-Seminaren: 

 

 Burnout ist heute in aller Munde, doch noch wenig Beachtung findet der Zusammen-hang des ‚Ausgebranntseins‘ mit Suchterkrankungen. Beide können sich gegenseitig verstärken und in einen Teufelskreis einmünden, in dem der Mensch in Einsamkeit versinkt und kaum ein Entrinnen möglich scheint. Rückfälle in Suchtverhalten und schwere Verläufe beider Erkrankungen sind zu erwarten, zuletzt warten Depression und körperliche Erkrankungen, die professionelle Hilfe benötigen.

 
In einer Lebenssituation mit dauerhafter Überforderung, die mit wachsenden Aufgaben, Gefühlen von ständiger Überforderung, Ohnmacht oder unlösbaren Konflikten bei schwindenden emotionalen, geistigen und körperlichen Kräften einhergeht, greifen viele zu Suchtmitteln. Alkohol, Aufputsch- oder Beruhigungsmittel, ein erhöhter Konsum von TV, Internet oder Essen, Kaufräusche und Aktionismus in der Freizeit sollen einen fragwürdig gewordenen Leistungsanspruch hochhalten auf Kosten der eigenen Gesundheit, der Lebensfreude und der Kontakte im sozialen Umfeldes. Neben einer herausfordernden Situation, z.B. am Arbeitsplatz, fressen zusätzliche Verantwortung für Kinder, Pflegebedürftige oder Ehrenämter, die Schnellebigkeit und Komplexität unserer Zeit, eine ständige Angst vor Versagen oder Verlust, letztlich auch der eigene Selbstanspruch an Hingebung und Pflichtbewußtsein die energetischen Reservoirs  auf. Die Gefahren eines langsamen Ich-Verlustes lauern nicht nur für engagierte Personen im Beruf, sondern für alle Menschen mit Doppel- und Dreifachbelastungen, sehr hohen moralischen und Leistungsansprüchen oder in zermürbender Ausweglosigkeit. 

Suchterkrankte, die abstinent leben, stehen unter einem noch höheren Druck mitzuhalten und sich keine Blöße zu geben – und sind gerade deshalb besonders gefährdet für Rückfälle. Wenn dies eintritt, greifen die beiden Spiralen ineinander und drehen sich immer schneller, bis sie zuletzt in einen Zusammenbruch münden. 

In diesem Seminar werden wir zunächst das komplexe Phänomen Burnout näher beleuchten und dabei auch die eigenen Gefährdungspunkte erkennen. Wirksame Gegenmaßnahmen zu konzipieren geht über die üblichen Ratschläge der Selbstfürsorge weit hinaus. Ein auf die individuelle Situation zugeschnittener Maßnahmenkatalog ist vonnöten, in dem viele kleine Schritte den Erfolg bringen,  weniger eine einzelne radikale Entscheidung. Alle Lebensbereiche sind zu beleuchten, um genügend Stellschrauben zu entdecken, die kurzfristig entlasten und langfristig effektiv vorbeugen können. Dabei geht es einerseits um eine Entdramatisierung der persönlichen Situation, um das Enttarnen von ‚Energiefressern‘, aber auch um mehr Bewusstsein für die eigenen Handlungsspielräume. 


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