Verzeihen - Versöhnen - Loslassen 

Adressaten:     Selbsthilfegruppen, Paare z. B. in der Trennungsphase
 
Dauer:                ein Wochenende oder mehrere Tage mit Pausen dazwischen
 
Das Thema ist eine gute Ergänzung zu folgenden Seminaren: 


Verzeihen (Vergeben), Versöhnen und Loslassen sind jeweils eigenständige Prozesse, wobei einer auf den anderen aufbaut. Sie führen zu der Befreiung des Opfers einer schuldhaften Tat (oder Unterlassung) aus Hiflosigkeit, Angst, Trauer und Groll hin zu neuer Lebendigkeit. Dies ist das vorrangige Ziel. Daneben befreit Verzeihen und Versöhnen auch das Gegenüber von einer Schuld, die ihn ebenfalls an die Vergangenheit fesselt und seine Lebensentfaltung lähmt. Die im Alltag verbreitete Praxis des Verdrängens oder die Entwicklung einer Opfermentalität sind dagegen Zeichen eigener Ohnmacht. Sie geht oft von Wut über Groll in Verbitterung über, schränkt die Freiheitsgrade des späteren Lebens ein und bedingt psychosomatischen Folgeerkrankungen mit. „Das Vergeben einer Schuld ist wie die Befreiung eines Gefangenen aus einem Gefängnis und die Erkenntnis, dass der Gefangene du selbst warst“.

Im Vergeben (Verzeihen) durchlaufen wir einen innerpsychischen Prozess in mehreren Schritten – dafür ist die Anwesenheit andere beteiligte Personen nicht notwendig. Manchmal will auch ein eigener Anteil an einer Verletzung oder Kettenreaktion gesehen werden. Versöhnung ist ein darauf aufbauender Schritt, bei dem es zur Begegnung mit der anderen Seite kommt. Loslassen zuletzt verabschiedet das was übrig bleibt, Spätfolgen vergangene Erfahrungen, die nicht mehr aufzulösen sind.

Letztlich geht es darum, die Gegenwart von der Last der Vergangenheit zu befreien, wieder offen zu werden für gute Beziehungen und wieder ‚ja‘ sagen zu können zum Leben. Dieses diffizile Thema benötigt eine wenn auch verborgene Hoffnung auf ‚Er-Lösung‘ und den Mut, sich schmerzhaften Erinnerungen zu stellen. Eine mit-tragende Gruppe und das sensible Erspüren von Gefühlen können dabei unterstützen, sich von festgeschriebenen Statements zu verabschieden und das Geschehene tiefgründiger zu begreifen. Anschauliche Übungen begleiten durch die Schritte des Prozesses, Anregungen inspirieren für eine Weiterarbeit zu Hause, die bis in aktuelle Beziehungen hinein wirkt.

Mehr zur Organisation und inhaltlichen Gestaltung des Seminars lesen Sie im allgemeinen Text unter "Seminare".
 

Zur weiteren Inspiration empfehlen sich auch folgende Texte:

  • „Loslassen lernen“
  • „Therapeutische Zeremonien“